Trialog-Training in Hof!

Nach langer Pause machten sich im August wieder zwei unserer neuen Trialog-Trainerinnen auf zu einem Workshop nach Hof. Der gleichnamige „ElKiS“-Pool dort hat uns zum dritten Mal eingeladen, diesmal für ein Training rund ums Thema „Übergang von der Kita zu Schule“.

In einer mehrsprachigen Runde wurden nicht nur Begriffe wie „Tintenkiller“, sondern vor allem Schwierigkeiten in gedolmetschten Gesprächen ausgetauscht:
Was mache ich, wenn ich als Sprachmittler*in mit Vorurteilen konfrontiert werde? Was, wenn Eltern nicht alle ihre Rechte mitgeteilt werden? Was, wenn ich selbst finde, dass ein nicht deutschsprachiges Kind ungerecht behandelt wird? Was, wenn ich als Sprachmittler*in überfordert werde?

Die eigene Position als Sprachmittler*in zu finden ist immer schwer! Wenn das System, in dem  ich dolmetsche, auch noch von Hierarchien geprägt ist, wird die Sache noch komplizierter. Die beiden Trainerinnen steckten die Teilnehmerinnen also in verschiedene Rollen, um ihre eigenen Grenzen und Möglichkeiten auszuprobieren und sie für die neuen Gespräche an Schulen zu stärken.

„Für Türkisch drücken Sie die 5!“ - Sprachmittlung am Telefon – Triaphon-Soforthilfe

Für Sprachmittler*innen ist das persönliche Dolmetschen in Krankenhäusern und Praxen derzeit leider unmöglich geworden. Umso wichtiger wird jetzt das sogenannte „Remote Interpreting“ – Dolmetschen per Telefon oder Video! ElKiS möchte hier informieren und neue Strukturen unterstützen. Ein Beispiel ist die Non-Profit Organisation „Triaphon“!

Damit im Rahmen der Coronazeit auch Menschen mit Sprachbarriere informiert werden können und das Gesundheitssystem durch Verständigungsprobleme nicht zusätzlich strapaziert wird, hat der telefonische 24h-Übersetzungsdienst die Triaphon-Soforthilfe aufgebaut. Kommunikation und Aufklärung sind jetzt die wichtigsten Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung. Um Soforthilfe möglich zu machen, ist hon auf Spenden angewiesen. Jede Spende hilft, das medizinische Personal und nicht-deutschsprachige Patient*innen in dieser angespannten Situation zu unterstützen! Corona-Ambulanzen oder Kliniken, die jetzt einen großen Bedarf an telefonischer Sprachmittlung haben, können sich direkt an Triaphon wenden.

Mehr Infos gibt es hier: www.hon.org/corona-soforthilfe/

Betterplace Spendenplattform: www.betterplace.org/p78018

Infos für Sprachmittler*innen, die selbst am Telefon dolmetschen können, finden diese unter https://triaphon.org/sprachmittlerinnen/

Infos für Praxen und Krankenhäuser Infos finden diese unter: 030-8632274-0 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Für alle anderen Bereiche gilt weiterhin die Telefon-Hotline von SiSA:

Menschen in Sachsen-Anhalt, die sprachliche Unterstützung benötigen, können sehr gern montags bis freitags in der Zeit von 08.00 bis 16.00 Uhr die SiSA- Hotline anrufen:

0345 213 893 99. Dort können sie zu ehrenamtlichen Dolmetscher*innen am Telefon verbunden werden.

Trialog- Training bei Bretzeln und Seelen

Wieder reisten zwei Trialog-Trainerinnen durch Deutschland, um sich mit Sprachmittler*innen über das Dolmetschen an Kitas und Schulen auszutauschen und zu trainieren. Diesmal führte die Reise ins idyllische Leutkirch bei Ravensburg. Hier warteten auf die Trainerinnen neben vielen Bretzeln eine fröhliche Gruppe von ehrenamtlichen Sprachmittler*innen, die in der Umgebung von Ravensburg für die reibungslose Kommunikation an Kitas, Schulen und Behörden sorgen.

Wie anspruchsvoll diese Aufgabe ist, zeigte sich wieder an den Fragen und Situationen, die an dem Wochenende heftig diskutiert wurden. Dabei standen immer auch politische Fragen in Raum, die Ravensburg und Halle verbinden: Wo sind eigentlich die Grenzen dieses Ehrenamts und wer ist überhaupt verantwortlich für mehrsprachige Kommunikation in unserer Gesellschaft? Derzeit tragen diese vor allem die nicht-deutschsprachigen Eltern gemeinsam mit ehrenamtlichen Sprachmittler*innen. Und während wir die 5. Bretzel kauten, stimmten wir alle darin ein, dass sich diese Situation sowohl im Süden als auch im Osten Deutschland ändern muss.

„Krank und ohne Papiere- und ohne Sprache?“ - ElKiS trifft auf Medinetz

Wer krank und ohne Papiere ist, findet bei Medinetz medizinische Hilfe. Wenn es auch sprachliche Barrieren gibt, hilft ein neu auf die Beine gestellter Sprachmittlungspool für vor allem rumänisch-sprachige Patient*innen.

Die Vor-Ort-Sprechstunde ist ein Projekt von Medinetz e.V., das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Menschen ohne reguläre Krankenversicherung unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus medizinisch zu versorgen. Jeden Mittwoch findet in den eigenen Praxisräumen eine zweistündige Sprechstunde statt, in der Ärzte und Ärztinnen und Sozialberater*Innen beraten. Eigens für die sprachliche Unterstützung der Sprechstunde hat sich nun ein vor allem rumänisch-sprachiger Sprachmittlungspool von 10-12 Personen gegründet.

Um sie auf ihre Tätigkeit vorzubereiten und zu stärken wurde im November gemeinsam mit den neuen Trialog-Trainerinnen des ElKiS-Projekts ein 2-tägiger Workshop durchgeführt. „Was ist meine Rolle als Sprachmittler*in? Was erleichtert mir das Dolmetschen? Wann kann es mal schwierig werden?“- waren ein paar Fragen, die an diesen zwei Tagen intensiv behandelt wurden.
Über die Sprechstunde hinaus begleiten die Sprachmittler*innen die Patient*innen bei Bedarf auch zu weiteren Terminen. Für die Sprachmittlung wird eine Aufwandsentschädigung gezahlt.
Das Medinetz freut sich immer über sprachliche Unterstützung! Falls ihr Rumänisch, Französisch, Arabisch oder eine andere Fremdsprache sprecht und Lust habt, bei der Sprachmittlung von Medinetz mitzumachen, dann meldet euch gerne bei Sonja Sassler.

Kontakt Medinetz:
Sonja Dragan-Sassler
(Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)!

Kontakt ElKiS:
Eva Stoelzel
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

2019: Mehrsprachige Erzähl- und Lesebühne


Im Rahmen der interkulturellen Woche hat der Sprachmittlungs-Stammtisch eine mehrsprachige Erzähl- und Lesebühne organisiert. Im ganz neuen Format erzählten Sprachmittler*innen auf der Bühne Geschichten aus ihren Dolmetsch-erfahrungen und taten dies allein oder im Team zweisprachig.

Die Geschichten waren teilweise witzig, zeigten vor allem aber auch die schwierigen Rollen, in die man als Sprachmittler*in immer wieder gerät. Wie der polnische Dolmetscher, der bei der Polizei plötzlich ganz hart auftreten muss, der arabische Dolmetscher, der plötzlich böse beschimpft wird oder die französische Dolmetscherin, die über Leben und Tod entscheiden soll.

Manchmal wurde es auch dreisprachig und zum Schluss sogar 10-sprachig als ein altes Märchen aus Venedig gemeinsam erzählt wurde.
Wie wichtig und wie anspruchsvoll die Arbeit von Sprachmittler*innen ist, wurde in allen Geschichten deutlich und mit dem Satz „Es ist schön, dass wir uns in einer mehrsprachigen Gesellschaft die Zeit nehmen, darauf zu achten, dass alle verstehen“, endete ein wunderschöner farben-bunter Abend im Welcome Treff.


Das nächste Treffen findet am 23.Oktober statt (17:30-19:00) und ist wie immer offen für alle mehrsprachigen Menschen.

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Ein Projekt des Friedenskreis Halle e.V. Das Projekt wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert.

 


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